So, nicht nur Schuhe aus, auch vorerst den Knopf gedrückt! Nein, kein Standbye – zumindest nicht auf dem Gerät. Vielmehr das Ding mit dem Powerzeichen drauf.
Das hat gehalten. Zwei Stunden. Ohne Leine. Also, off the line. Oder, so gesagt: offline.
Mir fällt die Theaterpädagogik ein. Früher, als das „Off“ der Raum im Nicht-Sichtbaren war. Die Nicht-Bühne.
Ja. Vielleicht kann ich es so verstehen: Beim Versuch die Bühne zu verlassen. Noch nicht mal aus dem Off zu sprechen. Dabei zu merken: die Requisite vergessen. Die Hilfsmittel, die längst nicht mehr Bühnenmaterial waren. Die ganz handsome dabei sind. Um Alltäglichen. Ja, im Herzen!
Oder sagen wir es einfach so: Ich wollte mit SM ins Bett!
Und sorry, damit meine ich keine sexuelle Praktik. Nicht das Machtding. Ich meine diese Sache hier: Social Media!
Erst privat. Dann auch beruflich. Dann voll auf der Bühne. Mit der Requisite ins Bett. Naja.
Vom Sandkastenpiraten über die Bühne in die Politik oder so.
So haben wir es heute auch auf Twitter erfahren: SM nicht nur nebenbei, wenn es für die Profession ist!
Zum Reinschauen: „Nur nebenbei?“

Gut, gut! Ich gebe zu: Heute fiel es mir schwer! Das Nebenher. Das nackte, nüchterne Nebenher! La nuda vida!
Erst der Rücken am Zwacken, dann noch das Coaching. Die Frage nach dem Medieneinsatz in der Lehre. Und dann war es plötzlich soweit: Freizeit!
Kein Bedarf einzuchecken. Foursquare im Off. Ohne Stimme. War nicht so schlimm!
Doch: Facebook! Facebook. Und denke nur: die Timeline! Die Time in der Line. Dein Leben auf der Linie! Und nur ein Gedanke: die Zeit! Das kostet! Das kostet dich! Dreimal im Netz geblättert. Vier Timeline-Empfehlungen.
Wir schlagen ruhig mal eine auf: Timeline
Schweiß. In Perlen.
„Sieht zeitaufwendig aus.“ Schmückt mein Profil. Status. Sozusagen.
Das gefällt. Michael.
Sechs Tage Zeit und dann muss es aber durch sein! Und denk nur: iTunes Match! Heute matscht es echt! Noch ein paar Stunden Einstellungs- & Ausprobierbeschäftigung mehr! Und brauche ich jetzt nun ein iPad? Und lässt es sich darauf nicht leichter als vom Smartphone? Tippen? Bloggartikel schreiben? Mobil? Von überall? Bildschirmgrößenbequem? Und das in der Vorweihnachtszeit?
Ach, so: noch einen Artikel! Thema geheim! Den noch reinschieben. Vor den 24.

Urlaub hast du! Freizeit!
„Das mit dem Social Media ist nicht mal eben nebenher!“
Und nochmal bei Twitter rein. Timeline wächst auf 356 in 5 Minuten. Und das am Freitag, 15 Uhr! Wohl noch mehr nicht nur nicht-nebenbei! In der Linie und so!
Was Facebook wohl macht? Und müsste ich nicht dringend mit der Telekom sprechen? Wegen der falschen Rechnung?
Ich umkreise den Punkt auf der To-Do-Liste mit einem Rotstift. Auch ein Sternchen kommt noch dran.
Und was bitteschön haben diese do’s und to’s mitten in meinem Holiday-Beginn zu suchen?
Sachte schiebe ich die grüne Karte in das Notizbuch (steht auf der roten Liste für 2012 – soll durch ein Orga-App weg rationalisiert werden!). Denke an die List. Mit Wunder. Wonderlist. Wann das letzte Mal synchronisiert? Ach, Wanderlust! Waldesgrün!
Dabei auf den Recycle-Weihnachtsbaum ohne Grün, aber in klimabewusst, blickend. Frisch aus dem Wald. Vom Schredderabfall. Baum von vor zwei Jahren. Macht sich gar nicht schlecht mit den Holzfiguren. Lässt sich nur ein wenig hängen, so ohne Spannkraft.

Na, los! Mach aus die Kiste! Ins Off! An nichts denken. Kekse essen. Das noch getweetet. Mit dem Tee und so. Und der Work-Life-Balance. Und dann den Ausschaltknopf nicht finden. Und dies auch twittern. Drei Nachrichten lesen, viermal die Timeline hoch- und runterskrollen.
Das auch noch twittern. Alle Accounts prüfen.
Augen zu! Und: aus!

18:45
Da bin ich wieder!
Ganz in Balance. Mit dem Life. Drei Nachrichten. Zwei getwittert und erfahren: Twitter muss in Deutschland was tun! Dringend! Die Nutzer wollen nicht. Oder Nicht-Woller nutzen nicht.
Dafür soll es der neue Chief nun richten. „Das ist Twitters große Wette!“

Nun, denn.
Und das auf dem Smartphone! Obwohl ich heute gar keine Buchstaben mehr stapeln wollte.

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